Die neue Pfarrkirche St. Alexander wurde in den Jahren 1879 bis 1891 nach Plänen des Osnabrücker Architekten Franz Xaver Lütz im neuromanischen Stil errichtet. Dieser Neubau wurde notwendig, weil die altehrwürdige Pfarrkirche St. Alexander zu klein geworden war.
Die Glockengeschichte von St. Alexander ist besonders interessant und erwähnenswert, kam es doch in der Tat zu einem "Glockenklau". Diese Geschichte steht im Bezug zur Alten Kirche in Wallenhorst und soll an dieser Stelle dargelegt werden:
Die Engelglocke, die eben heute in der Alten Kirche hängt, war die Einzige, die der Vernichtung durch den Zweiten Weltkrieg entrinnen konnte. Durch die Kriegsjahre hindurch läutete sie als einzige Glocke in Wallenhorst und begleite die Menschen in Freud und Leid. Als im Jahre 1954 das vierstimmige Stahlgeläut angeschafft wurde, passte die alte Engelglocke jedoch klanglich nicht mehr zum Geläut und sollte nach Bad Essen gebracht werden, wo ein Priester, der gebürtig aus Wallenhorst war, gerade damit betraut war, die dortige Diasporagemeinde aufzubauen. Der örtlichen Kolpingjugend war das nicht recht, denn sie wollte die Glocke lieber in der Alten Kirche aufhängen, deren Glockenstuhl seit dem Jahr1881 leer war.
Alle Forderungen brachten nicht den gewünschten Erfolg und so kam im Oktober 1954 eine Abordnung aus Bad Essen, die die Glocke abholen wollte. Das Bistum Osnabrück hatte dazu auch seine Zustimmung gegeben. In einer schier atemberaubenden Abfolge von Maßnahmen sorgte die Kolpingjugend jedoch dafür, das die Engelglocke "verschwand" und zunächst in Vörden, später in dann Schletrup versteckt wurde. Der Sohn des Küsters hat diese Aktion damals mit einer ganz neuen Kamera fotografisch festgehalten und schließlich ging das Ganze als Meldung an das Generalvikariat. Vor dem Bischof wurde die Kolpingjugend angehört. Der Erfolg war jedoch gering und die Glocke kam nach Bad Essen. 1979 gründete sich der Verein der Freunde und Förderer der Alten Kirche zu Wallenhorst. Er sammelte unter anderem Geld für eine neue Glocke für Bad Essen. Und so gelang es, die Engelsglocke wieder nach Wallenhorst zurückzuholen und endlich in der Alten Alexanderkirche aufzuhängen, wo sie noch heute läutet.
Fast 100 Jahre läutete in der Alten Kirche keine Glocke mehr.
Diese Geschichte zeigt auf beeidruckende Weise, wie sehr es den Menschen am Herzen liegt, das die vertrauten Klänge der heimatlichen Glocken nicht verstummen. Die ganze Aktion hat damals jedenfalls in der Zeitung gestanden und nicht wenigen Menschen ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert!
Im Turm der neuen Pfarrkirche St. Alexander läuten die vier Glocken des Bochumer Vereines noch bis auf den heutigen Tag. Und sie bilden eines der größeren Geläute im Osnabrücker Land.
Die Engelsglocke in der Alten Pfarrkirche St. Alexander wird noch von Hand geläutet!








