Die Ursprünge der heutigen Michaeliskirche liegen im 12. Jahrhundert. Zu der Zeit jedenfalls war sie bereits eine Propsteikirche. Ebenfalls belegt ist, dass die Kirche seit 1302 unter dem Patronat des Klosters Diesdorf in der Altmark stand. Später ging die Kirche in das Patronat weltlicher Herren über.
Die erste Kirche wurde aus Findlingen errichtet und hatte einen Rundturm. Dieses Kirchengebäude wurde im 14. Jahrhundert erweitert. Heute zeugen von diesem ersten Gebäude noch der Chorraum im Stil der Backsteingotik, sowie das aus Feldsteinen gemauerte Fundament des Turmes.
Der Chorraum besteht aus einem Joch mit Kreuzrippengewölbe und der Apsis mit Sternrippengewölbe. Die üppige Ausmalung stammt vom neugotischen Umbau. Der ursprünglich runde Turm wurde ebenfalls im 14. Jahrhundert in die querrechteckige Form umgebaut. Alle sonstigen mittelalterlichen Reste sind spätestens bei der Erweiterung der Kirche in den Jahren 1912/ 1913 verloren gegangen.
Die Erweiterung im neugotischen Stil brachte aber auch einige Besonderheiten mit sich: So wurden Staffelgiebel nach dem Vorbild der norddeutschen Backsteingotik an den Fassaden errichtet.
Im Inneren beherrscht der spätgotische Flügelaltar das Bild. In seinem Zentrum findet sich eine Darstellung der Kreuzigung Jesu. An den beiden Seitenflügeln sind viele Heiligenfiguren mit ihren jeweiligen Erkennungsmerkmalen dargestellt. Die hölzerne Kanzel ist eher schmucklos. Der Schalldeckel darüber ist dafür umso prächtiger gestaltet.
Die flache Holzdecke im Langhaus ist mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament bemalt. Im Chorraum wurden bunte Glasfenster eingefügt. Außerdem wurden Weihekreuze gefunden und wieder freigelegt, so das sie heute sichtbar sind.
Bei der Kirche sind zwei Glocken aus Eisenhartguss abgestellt, die 1988 durch die heutigen Bronzeglocken ersetzt werden mussten. Sie wurden 1952 als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg zestörten Bronzeglocken gegossen, mussten aber wegen der kurzen Lebensdauer von Eisenglocken alsbald ersetzt werden.
Das Museum "Das Alte Zollhaus" in Hitzacker erstellte zusammen mit einem Bewohner des Weidenhofes der Stiftung Irene in Hitzacker, einer Lebens- und Wohngemeinschaft spezialisiert für erwachsene Menschen mit Autismus, ein Audiokataster der Kirchenglocken im Wendland und darüber hinaus. Diese Audio- Dateien wurden dem Projekt #createsoundscape freundlicherweise zu Verfügung gestellt!








