Die Kirche von Holtorf hatte schon einen Vorgängerbau aus der Zeit der Spätgotik (13. Jahrhundert), denn der heutige Bachsteinbau ist auf einem Backsteinfundament aus dieser Zeit errichtet. Der rechteckige, barocke Saalbau weißt in seinem Inneren eine Besonderheit auf, die nicht unerwähnt bleiben darf, da sie es in Evangelischen Kirchen nur selten anzutreffen gibt: Mittelalterliche Kreuzwegstationen, die in zarten pastellfarbenen Tönen bemalt sind, haben alle Zeiten überdauert. Selbst zur Reformationszeit wurden sie nicht aus der Kirche verbannt, wie es durchaus geschehen konnte. Im Inneren prägt der barocke Kanzelaltar das Bild. Im Jahre 1790 wurde eine Sakristei erreicht.
Besonders beeindruckend ist der Wehrturm, der die selbe Breite hat, wie das Langhaus der Kirche. Auf 4 Metern Höhe ist noch heute eine, im Jahre 1510 zugemauerte, Öffnung zu sehen, durch die die Menschen über eine Leiter in den Turm gelangten, wo sie sich verschanzen konnten, wenn kriegerische Auseinandersetzungen drohten. Weil der Turm als Beobachtungspunkt genutzt wurde, nennt man ihn in der Region auch den "Kiek in´t Land" (="Schau ins Land").
Der Turm trägt drei Glocken in der Melodielinie des Gloria- Motivs. Die mittlere Glocke ist historisch.
Das Museum "Das Alte Zollhaus" in Hitzacker erstellte zusammen mit einem Bewohner des Weidenhofes der Stiftung Irene in Hitzacker, einer Lebens- und Wohngemeinschaft spezialisiert für erwachsene Menschen mit Autismus, ein Audiokataster der Kirchenglocken im Wendland und darüber hinaus. Diese Audio- Dateien wurden dem Projekt #createsoundscape freundlicherweise zu Verfügung gestellt!








