Die kath. Kirche St. Antonius Lathen-Wahn wurde am 19. und 20. Oktober 1954 geweiht. Die Kirche ist eine einschiffige Hallenkirche in modernen Stil. Sie besteht aus rotem Sandstein und entstand nach Plänen des auch international gefragten Architekten Georg Lippsmeier.
Im Inneren befindet sich an der linken Seite eine Marienstatue aus dem Jahr 1750, an der Rechten findet man ein Bild Antonius' des Großen, dem Schutzpatron der Kirche. Unter dem Bild befindet sich in einem kunstvollen Rahmen eine Antonius-Reliquie. Statue und Bild stammen ursprünglich aus der alten Wahner Kirche, dem sogenannten "Hümmling-Dom". Dieser musste - gemeinsam mit dem über 1000 Jahre alten Dorf Wahn - der Erweiterung des "Krupp'schen Schießplatzes", der heutigen WTD 91, weichen. Insgesamt kamen 37 Familien in das heutige Lathen-Wahn, der Rest der Familien wurde in andere Orte ausgesiedelt.
Von 1939 bis 1942 zogen die ersten Familien in die ihnen zugeteilten Anwesen ein. Darüber berichtet die Wochenzeitung "Von Haus zu Haus" etwa 45 Jahre nach der Umsiedlung: "Wahn hieß das Dorf, Wahnsinn war es, was ihm widerfuhr: Um ihr Waffen potential ungehemmt erproben zu können, ließen die braunen Machthaber 1942 ein ganzes Dorf dem Erdboden gleichmachen. Die 1007 Einwohner wurden, 1938 beginnend evakuiert und in alle Winde zerstreut."
Das Inventar der alten Wahner Kirche wurde unter den Dörfern verteilt, in denen die Alt-Wahner umgesiedelt wurden, Lathen-Wahn erhielt dabei das Meiste. Dem Ersuchen der Lathen-Wahner, eine Kirche zu bekommen, wurde -da Krieg und Herrschaft des NS-Regimes- nicht stattgegeben. Man erhielt jedoch die Erlaubnis, ein Gebäude zu bauen, in dem man das Inventar der alter Wahner Kirche lagern durfte. So wurde in einer recht geräumigen Baracke der Altar, die Kommunionbank und die Bänke aufgestellt. Aus diesem Abstellgebäude wurde so eine kleine Kapelle, die "Barackenkapelle". Diese verfiel mit der Zeit, sodass der Wunsch nach einer eigenen Kirche immer lauter wurde.
Am 23. Juli 1953 begann der Bau, der am 19. und 20. Oktober 1954 geweiht wurde. Der Barockaltar der alten Wahner Kirche passte aufgrund seiner enormen Größe nicht in die neue Kirche, stattdessen wurde ein neuer Altar in modernem Stil angeschafft, ebenso wie das dazu passende Ambo und der Taufstein. Die sieben großen Hauptfenster wurden von Benno Lippsmeier, einem Vetter des Architekte, entworfen und zeigen Symbole der sieben Sakramente, die sieben Fenster der Taufkapelle die Darstellung der Schöpfung. Die Fenster an der linken Seite des Altarraums stammen aus dem Jahr 1964 und wurden von Johannes Beeck gestaltet. Das Altar-Wandgemälde aus dem Jahr 1965 stammt von Heribert Reul,zeigt den heiligen Antonius kniend vor Christus, sowie die drei Heimatheiligen St. Ludger, St. Wiho und St. Ansgar.
Die alte Wahner Kirche besaß zwei kleine Bronzeglocken, die wegen ihres kulturhistorischen Wertes von der Beschlagnahme im Ersten Weltkrieg verschont blieben. Die älteste derselben hat schon in der alten Kapelle am Dorfausgang im alten Wahn ihren schönen Klang vernehmen lassen. Sie hat einen unteren Durchmesser von 53 cm, ist ringsum mit vielen schönen Ornamenten verziert und ist reich an Inschriften. Die zweite Glocke ist nicht mit Ornamenten verziert, hat 49 cm unteren Durchmesser und ist 1788 in Münster gegossen. Die Inschrift lautete: Salve Regina -Mater Misericordiae (Sei gegrüßt, du Königin, Mutter der Barmherzigkeit).
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand man beide auf einen Glockenfriedhof in Hamburg. So konnten sie vor dem Einschmelzen gerettet werden und fanden zunächst in dem im Herbst 1947 gebauten Glockenturm der Barackenkapelle, 1954 dann im etwa 20 Meter hohen Glockenturm der St. Antonius-Kirche einen neuen Platz. Die Marienglocke aus dem alten Wahn musste im Jahr 1981 - da sie Risse aufwies - eingeschmolzen werden. Aus dieser entstanden in der Glockenguss-Manufaktur Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher zwei neue Glocken. Die Größere ist "Christus dem König" geweiht, die Andere ist die "Marienglocke". Zusammen mit den neuen Glocken wurde der Glockenstuhl umgebaut und mit moderner Technik versehen, es erfolgte eine Umstellung auf eine elektrische Glockenanlage. Am ersten Pfingsttag 1981 wurden die neuen Glocken geweiht, seitdem spielen die drei Lathen-Wahner Glocken ein Te Deum Geläut und laden so die Bevölkerung zur Messe.








