#createsoundscape in Berlin eingeläutet

 

21.5.19 - Mitmachprojekt #createsoundscape offiziell in Berlin eingeläutet

Von Ziegelstein bis Glockenklang - Junge Kulturerben setzen Signale für Frieden und Freiheit in Europa

Berlin, 21.5.19. Schlag zwölf Uhr wurde heute im Schöneberger Rathaus mit der Freiheitsglocke ein bundesweites Mitmachprojekt für Jugendliche eingeläutet. Die Initiatoren laden junge Menschen in ganz Deutschland ein, Glockenklänge in einer digitalen Landkarte zu sammeln und unter https://createsoundscape.de zum Klingen zu bringen. Begleitet wurde der Auftakt durch Vertreter aus Kultur, Politik, Kirche und der Berliner Jugendfeuerwehr. #createsoundscape steht exemplarisch für über 70 „Sharing-Heritage“-Projekte, die im Rahmen des Kulturerbejahrs 2018 seitens der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert werden.

 

Eine Gruppe junger Feuerwehrleute aus Berlin Rudow bei der Besteigung des Glockenturms der Kirche Zum Heilsbronnen in Berlin Schöneberg.

 

„Sharing Heritage“ ist im Rahmen des „Europäischen Kulturerbejahrs 2018“ bundesweit die zentrale Plattform für Projekte und Veranstaltungen zum Erhalt kulturellen Erbes. Insbesondere junge Menschen sind aufgerufen, sich mit Projekten und Aktionen zu beteiligen. Tobias Hauck vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (Koordinierungsstelle des Europäischen Kulturerbejahres Sharing Heritage) lobte in seinem Rückblick den Ideenreichtum der Projektbeteiligten und versicherte, dass nach den Erfolgen des zurückliegenden Jahres das Netzwerk „Sharing Heritage“ fortgeführt werde.

 

Erfreulich ist diese Zusage auch für denBeratungsausschusses für das Deutsche Glockenwesen, der sich für den Erhalt des klingenden Kulturguts einsetzt und das Mitmachprojekt „#createsoundscape – crowdmapping heimatklang“ trägt. Ziel soll sein, mit Hilfe Jugendlicher eine bundesweite digitale klingende Glockenlandkarte aufzubauen. Insbesondere Jugendgruppen aus Verbänden und Vereinen sind zur Teilnahme aufgerufen. Sie sammeln mit ihren Smartphones Glockenklänge ihrer Heimat. Die Klangdateien werden als immaterielle Zeugnisse von Geschichte und Kultur in die Datenbank „#createsoundscape“ eingestellt.

 

„Schon jetzt können über 1000 Geläute online abgerufen werden“, erläuterte Johannes Wittekind, Ideengeber der Glockendatenbank. „Die Website https://createsoundscape.de ist für mobile Endgeräte optimiert und enthält eine Anleitung in fünf Schritten, nach der alle Interessierten Glockenklänge in die digitale Landkarte integrieren können. Für Jugendgruppenleiter und Lehrer hält die Website didaktisches Begleitmaterial bereit, in dem erklärt wird, wie man das Thema „Glocken“ in die Arbeit mit Jugendlichen in Projekttage oder im Unterricht einbauen kann“, so Wittekind.
Der Glockeninspektor der Erzdiözese Freiburg leitet das Projekt zusammen mit seinem evangelischen Kollegen aus der badischen Landeskirche, Dr. Martin Kares. Dieser verwies auf die gesellschaftliche Bedeutung des Kulturguts Glocke: „Heute vernetzen uns soziale Medien und versorgen uns mit Neuigkeiten. Früher hatten Glocken die Funktion, Nachrichten zu senden. Sie kündigten Ereignisse wie Markt und Gericht an, warnten bei Feuer und anderen Gefahren. Glocken strukturieren auch heute noch den Tag. Sie wurden in Friedenszeiten gegossen, in Kriegen eingeschmolzen und läuten heute wieder als Zeichen von Frieden und Freiheit.“

 

Kares betonte, dass Glocken weiterhin flächendeckend als Kommunikationssignale präsent seien: „Ihr Heavy-Metal-Sound ist überall zu hören. Fliegt man mit einem Heißluftballon, wird beispielsweise mittags um zwölf Uhr die ‚Klanglandschaft‘, die das Projekt dokumentiert, hörbare Realität: Glockenklänge kommen dem Himmel auf Erden am nächsten, unterbrechen den Alltag, überschreiten Grenzen.“

 

„Der Klang der Glocken, wo immer auf der Welt er ertönt, ist ein immaterielles Kulturerbe“ ersten Ranges“, sagte der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten (Katholisches Büro Berlin). Es überbrücke mühelos Konfessions-, Nations- und Kulturgrenzen. „Die Mitmachaktion ‚#createsoundscape‘ leistet hierfür einen ganz besonders wertvollen Beitrag“, resümiert Jüsten.

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), meldete sich in einer Videobotschaft zu Wort: „Es ist eine schöne Aktion, dass man den Sound seiner Glocken vor Ort ins Internet stellen, ihn hörbar machen kann für Menschen, egal, wo sie sind.“ Wer sich unterwegs nach innerer Heimat sehne, könne mit einem Klick seine Glocken von zu Hause hören und damit verbundene Gottesnähe spüren, erklärt der EKD-Ratsvorsitzende.

 

Im Rahmen der Projektvorstellung nahm eine Gruppe der Berliner Jugendfeuerwehr den Glockenturm der Schöneberger Kirche „Zum Heilsbronnen“ unter Augenschein. Zusammen mit den Glockeninspektoren Wittekind und Kares stiegen die jungen Feuerwehrleute aufwärts, dokumentierten die Glocken, fotografierten und filmten sie und nahmen ihre Klänge auf.

Die Jugendfeuerwehr zählt zu den Zielgruppen, die neben vielen anderen Jugendverbänden und -organisationen aufgefordert sind, sich bei #createsoundscape‘ zu beteiligen. Thomas Kirstein, Leiter des Stabs Kommunikation der Berliner Feuerwehr, betonte: „Die Feuerwehr ist ein wichtiger Rückhalt in der Gesellschaft, die Abwehr von Gefahren dient auch dem Erhalt von wichtigen Kulturgütern.“

Die Erkundung des Glockenturms brachte die Jugendlichen einem Stück Kultur näher. Das Ergebnis der Turmbesteigung gibt es in Kürze auf https://createsoundscape.de zu sehen und zu hören.
 
 
 
V. l.: Prälat Dr. Karl Jüsten, Johannes Wittekind, Dr. Martin Kares, Tobias Hauck. 
    
Teom Meding rezitiert den Freiheitsschwur zum Glockenschlag der Freiheitsglocke.
   
Die Feuerwehrjugend Berlin Rudow mit Thomas Kirstein (r.) und Benjamin Tomys (2. v. r.).
   
Kirche Zum Heilsbronnen  im Bayerischen Viertel in Berlin-Schöneberg

Turmbesteigung zu den Glocken der Kirche zum Heilsbronnen.
   
Ganz nach oben ...
      
... zu den Glocken.
 
Tonaufnahmen vom Glockenschlag - mal von oben, ...
   
... mal von unten, mit Smartphone und Feuerwehrhelm.
 
Es werden Bildaufnahmen gemacht ...
   
... und die Ergebnisse miteinander abgestimmt.
 
 
 
 

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